Der April 2015 ist geprägt von Festnahmen und Durchsuchungsbefehlen. Neben den X-Men ist auch Steve Rogers in Visier des Staats geraten. Nachts traut sich kaum mehr jemand auf die Straßen, nachdem straffällige Mutanten aus Guantanamo-Bay befreit wurden.
Ich bin auch auf Discord aktiv, also wäre es kein Problem. ^^
Logan zu vergessen war ja auch ziemlich schwer, denn der Kanadier konnte tatsächlich einen ziemlich bleibenden Eindruck hinterlassen. Und wenn der Ältere geglaubt hatte, Scott hätte nicht bemerkt, wie er Jean ansah, dann hatte er sich eindeutig getäuscht. Und auch wenn er Logan in dieser Sache nicht vertraute, so konnte er der Rothaarigen zum Glück uneingeschränkt vertrauen.
Babysitter spielen? Das war ja wohl die Höhe! Sie waren vorher gut ohne den Kanadier klar gekommen und auch jetzt brauchte der X-Men dessen Unterstützung mit Sicherheit nicht. Aber Scott zwang sich zur Ruhe, auch wenn Logan vielleicht den Adrenalingeruch wahrnehmen konnte oder auch die etwas erhöhte Herzfrequenz bemerken könnte.
„Denkst Du?“ Der 27jährige hatte nicht übel Lust, den Kanadier mit einem gezielten Schuss erstmal in die Schranken zu weisen, allerdings ließ er es bleiben. Es brachte ja doch nicht wirklich etwas. Logan war, wie er war. „Du solltest nicht alles glauben, was in den Nachrichten erzählt wird. Natchios hat Bobby bereits Anfang letzten Monat angegriffen und als wir sie aufgriffen war sie gerade dabei einen Professor zu töten.“ Leiderweise war der Professor nach wie vor verschwunden und somit gab es niemanden, der dies bestätigen konnte. Doch wenn jemand – außer einem Telepathen – erkennen konnte, ob man log, dann war es wohl der Kanadier. Und Scott hatte ja wirklich keinen Grund zu lügen.
Logen schluckte den Köder, wie zu erwarten war, allerdings war das ja auch etwas, das Wichtig war. Zwar hatte er erwartet, dass der Kanadier anrufen würde und erst danach hier her kommen würde, aber so war es auch in Ordnung. „Ist das jetzt ihr richtiger Name?“ Immerhin hatte sich Pamela am Telefon ja mit Alex vorgestellt. Die Jüngere hatte also mindestens drei Namen, die sie nutzte. Doch eigentlich war es nicht wichtig, welcher der Namen richtig war, denn ein falscher Name änderte ja nichts daran, dass sie Logan’s Tochter war. „Sie sagt, sie verliert die Kontrolle.“ Und wie sie das tat, immerhin hatte sie versucht, ihn in Stücke zu reißen. „Und ja, ich habe ihre Telefonnummer.“ Im Gegenzug hatte Laura auch seine Nummer bekommen, so dass Scott ihr tatsächlich sagen konnte, das er mit ihrem Vater gesprochen hatte.
Auch der Junge lehnte die Einladung zu einer Pizza ab, was Bobby nicht im Mindesten überraschte. Dass das Ganze Jake eher weniger gefiel war auch keine große Überraschung. Aber dass er sich jetzt eine andere Taktik ausdenken musste, um einen Streit zu schlichten hielt der 23jährige für etwas übertrieben, denn nur weil es einmal nicht klappte, hieß das ja nicht, das es nicht weiterhin funktionieren würde.
Bobby fühlte sich gerade wirklich sichtlich unwohl, immerhin war er ja irgendwie für die Situation verantwortlich. Noch etwas, das er verbockt hatte und ja, wer konnte es ihm verdenken, dass er diese Sache so schnell wie möglich hinter sich lassen wollte. Aber dies würde wohl nicht so bald geschehen, denn Jake gab nicht auf und ein leises Seufzen kam von dem jungen Mann. Scheinbar hatte er keine andere Wahl, als die ganze Situation über sich ergehen zu lassen. Warum hatte er sich auch mit diesem Jungen anlegen müssen? Eigentlich wusste Bobby doch, dass der nichts für die Dinge konnte, die S.H.I.E.L.D. vermasselt hatte, wobei dessen Vater vermutlich auch nicht mal etwas dafür konnte. Aber na ja, jetzt hatte er ein weiteres Mal Ärger am Hals, was ihn wohl nicht wirklich verwundern sollte, War ja im Augenblick wirklich ein Dauerzustand.
Den Seitenhieb des Grünlings hatte er vermutlich verdient und der Eismutant senkte den Blick, wobei er auch die Schultern hängen ließ. Das war definitiv nicht sein Jahr und würde es wohl auch nicht mehr werden. Außerdem hatte er gerade eigentlich wirklich ganz andere Probleme, als sich mit Leo und Jake auseinander zu setzen. In ein paar Tagen war die Verhandlung und das würde mit ziemlicher Sicherheit übel ausgehen.
Bevor Iceman jedoch den Weg zum Tor erklären konnte, sagte Jake bereits etwas dazu und der Jüngere beschloss, dazu zu schweigen. Vermutlich würde das eh nur wieder in Ärger ausarten, wenn er Leo den Weg zeigt.
„Ja.“ Murmelte er halblaut auf die Frage von Jake, ob er wusste, dass dieser nicht sein Feind war, denn das war er ja wirklich nicht. Ein Freund und Teamkollege traf es eher, doch andererseits hätte Jake jedes Recht der Welt, sauer auf ihn zu sein und Bobby könnte es ihm nicht einmal verdenken. Klar schien es nicht so, als wäre der Echsenmann sauer auf ihn, aber vielleicht wollte dieser das auch nur nicht vor dem Jungen zeigen, immerhin war das eine interne Angelegenheit.
Beim nächsten Vorschlag seines Teamkameraden die Situation friedlich zu lösen, sah Bobby wieder auf und erneut seufzte er. Selbst wenn er jetzt nicht zustimmte würde Jake wohl kaum so leicht aufgeben. Und auch wenn Leo gehen würde, würde der ältere Mutant sich ihn schnappen und zur Rede stellen. Immerhin sollte man von einem X-Men wohl ein anderes Verhalten erwarten können als das, was er gerade an den Tag legte. Also sollte er vielleicht doch etwas dazu sagen. Und dass möglichst so, dass er nicht wieder vor Wut explodierte. „Es war meine Schuld. Ich hab ihn angefahren. Ich bin einfach so sauer, das S.H.I.E.L.D. nichts unternommen hat.“ Bobby sprach schnell und sah dabei wieder auf seine Füße und irgendwie hoffte er, das die Sache damit erledigt war.
ooc: Sorry, die Hitze hatte mich ganz fertig gemacht und danach war es der Druck, endlich posten zu müssen. Der Wille war da, aber die Blockade dadurch leider auch.
Claire hatte tatsächlich nicht gesagt, das er furchtbar aussah, doch Bobby wusste selbst, das es so war. Er hatte in den letzten Tagen ein klein wenig Gewicht verloren und Augenringe, da er kaum schlief. Noch fiel zumindest nicht allzu sehr auf, dass er kaum noch etwas aß, doch die Müdigkeit ließ sich definitiv nicht leugnen.
„Musstest Du auch nicht.“ Erwiderte der 23jährige, denn die Blasse hatte nun wirklich nicht explizit sagen müssen, dass er im Moment wirklich nicht gut aussah. Und er fühlte sich auch nicht gut, doch das einzige, was ihm gerade wenigstens für ein paar Minuten Ruhe und Frieden verschaffen konnte blieb ihm verwehrt, weil die Morlock ihn nicht alleine ließ.
War er ein Idiot? Vielleicht, aber er konnte den Leuten, die er so mit in den Abgrund gerissen hatte, auch nicht unter die Augen treten. Da war meiden wesentlich leichter und zudem schlug er damit ja gleich mehr oder weniger zwei Fliegen mit einer Klappe.
Bobby blieb nicht stehen, als Chame dies von ihm verlangte, sondern stapfte weiterhin geradeaus. Nun, zumindest bis die Hellhäutige ihn überholte und sich ihm schließlich in den Weg stellte. Um sie nicht umzurennen blieb er tatsächlich stehen, wenngleich er leicht an ihr vorbei gekonnt hätte. Einen Moment schwieg der X-Men auf ihre Frage nach dem Team, was Claire die Gelegenheit gab, weiter zu sprechen. Irgendwie sah es lustig aus, wie sie an sich herunter sah, nur um sicher zu gehen, das sie sichtbar war, aber Bobby war nicht nach lachen zu mute. „Ja sind wir.“ Entgegnete er schließlich leise. „Aber ich weiß einfach nicht weiter.“ Es waren einfach im Moment so viele Dinge und fast wünschte er sich, er hätte die Morlock nicht kennen gelernt, denn dann würde er sie nicht in diese Sache mit rein ziehen.
Ganz gut und selbst?
Heiho ^^
Ja vermutlich, allerdings konnte Natchios zum Glück bisher nicht mit Hydra in Verbindung gebracht werden. Und das Henry und Charles Leclair Mitglieder der Organisation waren, wusste auch niemand. Vielleicht vermutete S.H.I.E.L.D. bei dem Richter so etwas, war doch Anora enttarnt worden, doch hatte sich wieder rehabilitieren können. Das machte das Ganze dennoch nicht besser.
Das Natchios im Augenblick gut untergebracht war, war eine Erleichterung, denn es fehlte gerade noch, das die Sache in einem Desaster endete. Sie hatten endlich etwas, mit dem sie das Institut unter Druck setzen konnten.
Dann nickte Jason. „Werde ich. Er wird gar nicht merken, dass ich ihn an der Nase herum führe.“ Er würde – wie besprochen – Lucas davon überzeugen, dass der Prozess gar nicht erst statt finden durfte, denn das würde am Ehesten dazu führen, einen möglichen Dritten ausfindig zu machen.
Jetzt endlich genehmigte sich Jay auch einen Schluck Kaffee, diese Zeit hatte er definitiv noch, bevor er sich auf den Weg machte und ein Treffen mit Thompson arrangierte. Bis zum Prozess war es nicht mehr lange hin, also musste das Ganze schnell über die Bühne gehen, doch zumindest diese paar Minuten konnte er sich noch gönnen.
Das hatte wohl schon gereicht, um ihr eine höllische Angst einzujagen, denn sonst wären ihre Kräfte nicht hervor gekommen. Doch Piotr beschloss, darauf nichts mehr zu sagen, denn er wusste auch gar nicht so wirklich, was er noch sagen sollte. Das es ihm leid tat, das hatte er bereits gesagt und auch, dass es diesen Mann das Leben gekostet hatte, konnte er nicht ändern. Genauso wenig, wenn er weiter darüber sprach.
Interessiert hörte der Russe ihr zu und nickte. „Ich werde es ihr sagen, auch wenn ich denke, dass unsere Eltern das bereits getan haben.“ Denn auch wenn die Stadt, aus der sie kamen, nicht wirklich groß war, so war auch diese nicht vor Verbrechern geschützt. Als Zoey jedoch nach weiteren Geschwistern fragte, nahm sein Gesichtsausdruck einen traurigen Ausdruck an. „Ich hatte noch einen älteren Bruder.“ Erklärte er leise, denn auch wenn es bereits acht Jahre her war, das Mikhail gestorben war, so stimmte ihn dies immer noch traurig. „Er ist bei einem Unfall ums Leben gekommen.“ Führte er weiter aus. Wenn man die Explosion einer Rakete denn als Unfall betrachten wollte, aber mit Sicherheit war es wohl eine schnelle Art, um zu sterben, darin lag der einzige Trost.
Kurz senkte Piotr den Blick, bevor er Zoey wieder ansah. „Net… also nein, daran liegt es nicht. Die Tiere kennen Dich aber nicht und daher ist es besser, sie nicht zu verschrecken.“ Es lag ja tatsächlich nicht daran, dass er der jungen Frau so etwas nicht zutraute, doch da die Pferde sie noch nicht kannten, war es besser, auf die Heugabel zu verzichten. Außerdem war da ja auch noch der Umstand, das Zoey eine Feuermutantin war und der Hüne war sich sowieso nicht sicher, ob die Tiere nicht spürten, das von der Dunkelhaarigen eine gewisse Gefahr ausging. Pferde waren intelligente Tiere, aber eben auch Fluchttiere und Feuer war etwas, vor dem sie große Angst hatten. Zoey dann noch mit einer Heugabel in die Box zu lassen erschien ihm also nicht sehr klug.
Zum Glück tat Zoey allerdings dann das, was er gesagt hatte, auch wenn sie es nicht gemusst hätte. Und ihm war ja auch irgendwie klar, warum sie ihm half, denn nach der kleinen Auseinandersetzung beim gestrigen Training wollte sie wohl zeigen, dass sie durchaus fähig war, sich mit ihm zu vertragen. Etwas, das er auch überhaupt nicht angezweifelt hatte und er verstand ja, warum sie so reagiert hatte.
Piotr beobachtete die junge Frau kurz und auch das Pferd, das jedoch nicht anfing zu scheuen, so dass er sich schließlich ruhigen Gewissens abwandte und zu den Heuballen ging. Dort schnappte er sich tatsächlich vier Stück und kehrte damit wieder zu Zoey zurück. „Ja sicher vermisse ich es.“ Was für eine Frage, aber hier konnte er gerade sehr viel mehr ausrichten. Außerdem war es in Russland auch nicht gerade leicht für Mutanten, die dort nur allzu schnell wegen ihren Fähigkeiten von der Regierung eingespannt wurden. „Aber mein Platz ist im Moment hier.“ Fügte er noch an, denn er wollte auf gar keinen Fall der Spielball einer kapitalistischen Regierung sein, auch wenn die Regierung hier auch nicht gerade weise Entscheidungen traf. Doch wenigstens hatte er hier die Wahl, ob er für die Regierung arbeitete oder nicht.
Das Pferd spürte anscheinend keine Gefahr von Zoey ausgehen, denn sonst würde es kaum an deren Haaren knabbern und Piotr grinste etwas. „Anscheinend mag er Dich.“ Was eindeutig für die junge Frau sprach.
Das glaub ich Dir aufs Wort
Scott hätte jetzt sagen können, das er enttäuscht von Zoey wäre, doch dem war nicht so. Sie hatte zwar wirklich viel Zeit gehabt, um sich darauf einzustellen, schließlich hatte das Training erst ein paar Wochen nach ihrer Entscheidung stattgefunden, doch er konnte verstehen, das sie überrumpelt worden war.
„Schon ok. Denk einfach das nächste Mal etwas besser nach und geh nicht immer nach dem, was Du tun würdest.“ Menschen waren nun einmal verschieden und trafen unterschiedliche Entscheidungen. „Ich bin nicht der Böse Zoey.“ Das hatten sie ja jetzt hoffentlich geklärt und das Mädchen konnte vielleicht endlich anfangen, ihm zu vertrauen, jetzt da sie hoffentlich wirklich begriff, das er nicht alles daran gesetzt hatte, sie gar nicht erst im Team aufnehmen zu wollen.
Da waren sie schon zu zweit, denn er wiederum hatte nicht erwartet, eine Cousine zu haben. Alex war zwar alt und hatte auch mehrere Beziehungen im Laufe seines Lebens – etwas von dem Scott nicht mitreden konnte, immerhin hatte er nur eine Partnerin – doch der X-Men war ziemlich sicher, das da nicht noch ein Kind herum lief. Alex wäre wirklich ein guter Vater gewesen. Gut, das Scott hundertprozentig sicher sein konnte, das kein anderes Kind da war, außer dem, das gerade unterwegs war. „Wir werden uns da schon irgendwie zusammen raufen.“ Was er jedoch nicht machen wollte war, gleich von Anfang an den großen Cousin heraus hängen zu lassen.
Fragend sah Scott das Mädchen an, denn er hatte gerade wirklich keine Ahnung, wovon sie sprach. Sie hatte ihn tatsächlich neugierig gemacht und auch ihre weiteren Worte änderten nichts daran.
Dann erklärte Zoey, was sie meinte und es ergab tatsächlich Sinn. Die X-Men gab es zu dem Zeitpunkt längst nicht mehr und auch wenn Alex kein Aufschneider war, so konnte er dennoch stolz darauf sein, dass er mitgeholfen hatte, die Kuba-Krise zu meistern. Und noch etwas wurde durch Zoey’s Worte deutlich… Emilia hatte tatsächlich gewusst, wer er war, als sie sich vor drei Jahren begegnet waren. „Brauchst Du wirklich noch einen weiteren Beweis, das mein Onkel Dein Vater ist?“ Alex hätte dies mit Sicherheit keiner flüchtigen Affäre erzählt, sondern nur jemandem, mit dem er es ernst meinte. „Aber um zu Deiner Mom zurück zu kommen… ihr wurde davon erzählt und ich gehe davon aus, das sie es für sich behalten wird.“ Die X-Men waren schließlich keine Terroristen wie die Brotherhood, die man ausliefern sollte, so das Emilia keinen Grund hatte, die X-Men zu verraten.
Oh, wenn Kitty wüsste, was geschehen würde, dann würde sie die Sache vielleicht aus anderen Augen sehen und nicht so, wie es schien. Es tat Scott unendlich leid, dass die junge Frau das Team verließ, aber sie hatte nun einmal auch recht. Die God’s Children brauchten sie und wenn die drei Angeklagten sich in einigen Tagen schuldig bekannten und Kitty noch immer so offensichtliche Beziehungen zum Institut hegte, dann wäre das nicht gut für ihre Organisation. Die wenige Gegenwehr zu ihrem Entschluss war also auch ein großer Freundschaftsbeweis und er wollte es ihr nicht noch schwerer machen wie nötig.
Ja, wenn nicht jetzt, wann dann? Die Gelegenheit, das wirklich offiziell zu machen, war wohl nur noch jetzt gegeben. „Es war nicht leicht, das hin zu kriegen.“ Das zumindest konnte er der jungen Frau sagen. „Morgen Nachmittag. Wir werden hier heiraten.“ Das war das Beste, denn in der Stadt zu heiraten war nicht gerade gut.
Als Kitty aufstand, erhob auch er sich und schenkte ihr ein aufrichtiges Lächeln, während er die Umarmung erwiderte. „Danke. Und denk dran, Du bist hier immer willkommen.“
Das Claire ihn bereits in wesentlich besserer Verfassung erlebt hatte, war Bobby durchaus klar, denn bis vor Kurzem war sein Leben ja auch noch halbwegs in Ordnung gewesen. Jetzt allerdings war gar nichts mehr ok. „Ja schon klar, ich seh scheiße aus.“ Dass er nicht gerade vorzeigbar aussah, das war ihm selbst irgendwie bewusst, aber es war egal. Im Grunde war doch so ziemlich alles egal.
Bobby wünschte nur, Chame würde ihn nicht in diesem Zustand sehen, allerdings würde das wohl eher darauf hinaus laufen, das sie sich trennten. Nicht unbedingt das, was er gerade auch noch gebrauchen konnte, immerhin mochte er sie wirklich. Aber wie sollte es weitergehen? Er wusste es selbst nicht. Aus dem Gefängnis heraus ließ sich so schlecht eine Beziehung führen, vor allem weil die Morlock ihn dort wohl kaum besuchen würde.
Wenn es nur das wäre…, wenn nur seine Angst wäre, damit käme er klar. Er hatte in den letzten Monaten oft genug Angst gehabt, aber Angst bedeutete ja nicht, dass man ein Feigling war, sondern einfach, dass man dadurch vorsichtiger war. „Ja, vermutlich.“ Murmelte er, denn Angst war nicht zwangsläufig etwas schlimmes.
„Ach und wer? Scott und Jean schon mal nicht, denn die hab ich mit in die Scheiße geritten.“ Er hatte zwar kaum mehr als ein paar Dutzend Worte mit den beiden gewechselt, wie auch mit sonst keinem, seit sie aus dem Gefängnis gekommen waren, aber dennoch konnten die wohl kaum hinter ihm stehen. Und die anderen aus dem Team… sie verloren ihren Anführer und da wollte Claire ihm weiß machen, dass sie hinter ihm standen? Auch das war eher unwahrscheinlich, auch wenn Jake vor ein paar Tagen eher nicht den Eindruck gemacht hatte, als wäre er sauer auf den jungen Mann.
Scott war tatsächlich zu tief in Gedanken versunken, als das er Logan kommen sah und somit konnte er auch dem Schlag nicht ausweichen, der ihn zurück stolpern ließ. Scheiße tat das weh! Hatte ihn ein Dampfhammer getroffen? Oder war Piotr aus irgendeinem Grund sauer auf ihn? Aber der würde ihn auf gar keinen Fall schlagen. „Was zum…“ begann er zu fluchen, doch die Stimme seines Gegenübers ließ ihn verstummen. „Logan!“ Na toll, auch wenn er Pamela versprochen hatte, den Kanadier von ihr eine Nachricht zukommen zu lassen, so hatte der X-Men nicht damit gerechnet, dass dieser noch am selben Abend im Institut auftauchte.
Der Ältere verkündete auch gleich, weshalb Scott seiner Meinung nach einen Schlag verdient hatte und der 27jährige funkelte den anderen Mutanten wütend an und ein hinter seiner Brille leuchtete es deutlich. „Du hast kein Recht, mir Vorhaltungen zu machen! Du warst in den letzten Monaten nicht mal da.“ Logan hatte doch keine Ahnung, was in den letzten zwei Monaten hier geschehen war, das Bobby fast gestorben wäre und zwei Schüler ermordet wurden, sondern hatte es vorgezogen, durch die Gegend zu streifen.
Er hätte jetzt lang und breit erklären können, wie es dazu gekommen war und was genau passiert war, doch dazu fehlte ihm gerade der Nerv. Vor allem auch, weil Logan hier rein geschneit war, als wäre er überhaupt nicht weg gewesen und hätte jedes Recht der Welt, ihm Vorhaltungen zu machen. „Pamela sucht Dich. Sie braucht Deine Hilfe.“ Klar, es war sicher nicht die feine Art, dem anderen Mann so etwas vor den Kopf zu knallen, aber es war keine schlechte Taktik, immerhin würde das den anderen vermutlich etwas ablenken.
Vermutlich konnten ihre Brüder sich auch kaum selbst verteidigen, allerdings war Anora hier und wollte es lernen. Etwas, das er der Frau vor ihm hoch anrechnete, denn dies war keine Selbstverständlichkeit.
Jason musste leicht schmunzeln. „Es soll ja auch nur zeigen, wie Sie sich befreien können.“ Es stand außer Frage, dass er Anora ohne Probleme auf die Matte schicken könnte, doch das war ja nicht der Sinn der Sache. Aber vielleicht sollte er erst einmal seine Strategie überdenken und ihr tatsächlich gleich Dinge zeigen, mit denen sie einen Angreifer auch bei ihrer Größe und Statur durchaus gefährlich werden konnte.
„Also gut, wir versuchen etwas anderes.“ Gab er daher auch gleich den Kurswechsel kund. „Wenn Sie mit dem Handballen von unten gegen die Nase schlagen, dann können Sie einen Angreifer schwer verletzen. Und Sie haben sicher ein Schlüsselbund dabei, oder? Das eignet sich als Waffe hervorragend, wenn sie die Schlüssel zwischen die Finger nehmen und damit zuschlagen.“ Niemand würde ihr einen Vorwurf machen, wenn sie einen Angreifer verletzen würde, weil sie sich verteidigte. „Außerdem habe ich vorhin bereits den Solarplexus angedeutet. Wenn Sie dort richtig treffen, dann bekommt ihr Kontrahent keine Luft mehr.“ Es gab noch so einige Möglichkeiten, doch zunächst einmal sollte sie dies verarbeiten.
Für seine Statur konnte er nun so überhaupt nichts, wobei es leider immer so gewesen war, dass er nach seinem Aussehen beurteilt worden war. Da war Zoey nicht die Erste und würde vermutlich nicht die Letzte sein. Piotr würde gerne behaupten, dass es ihm nichts ausmachen würde, aber das wäre glatt gelogen. Er hatte sich wohl schlichtweg daran gewöhnt, dass man ihn nach seiner Größe beurteilte und annahm, dass er der harte Kerl war, der er zu sein schien. Als X-Men war das allerdings tatsächlich von Vorteil.
„Da hast Du wohl Recht.“ Stimmte er zu, denn so eine Story erzählte man wirklich nicht jedem. Sollte er sich also geehrt fühlen, das erfahren zu haben? Wahrscheinlich nicht, denn er hätte tatsächlich lieber darauf verzichtet, die zu wissen. Aber er konnte es nun einmal nicht mehr ändern, also würde er das einzig Richtige tun und die Sache für sich behalten. „Es tut mir wirklich leid.“ Erklärte Piotr nun noch einmal. Allein die Vorstellung, das Illyana so etwas passieren könnte, ließ seine Haare zu Berge stehen und er wünschte so etwas niemandem. „Wenn meiner Schwester so etwas passieren würde…“ Der Hüne schüttelte den Kopf, denn er wusste nicht, was er dann tun würde. So friedliebend er war, in so einer Situation würde er wohl für nichts garantieren können.
„Ja, ist es wohl.“ Erwiderte er lächelnd, denn er konnte eben nicht wirklich sicher sein, dass er diese Dinge nicht ein klein wenig persönlich nahm. Nicht, dass er annahm, Zoey würde ihn absichtlich verletzen wollen – so hatte sie am vergangenen Abend auch nicht gewirkt – dennoch war es eben nicht einfach für ihn, von solchen Dingen etwas Abstand zu nehmen.
„Gut, aber dann lassen wir die Heugabel lieber erstmal weg.“ Nicht, dass er ihr das Ding nicht in die Hand geben wollte, aber da sie keinerlei Erfahrung hatte, war es besser, nicht in der Nähe der Pferde mit der Handhabung zu beginnen. „Verteil einfach das Heu gleichmäßig in der Box. Und keine Sorge, der Große da tut nichts.“ Mit einem Kopfnicken deutete er auf das braune Pferd, das wie zur Bestätigung leise schnaufte.
Abwehrend hob er die Hände. „Das hab ich nicht angenommen.“ Nur weil man ein Stadtkind war, hieß das ja nicht, das man harte Arbeit scheute. Allerdings waren die wenigsten dazu bereit, so etwas zu tun, wenn sie ihr gesamtes Leben eher in der Stadt gelebt hatten. Die wussten eben nicht, was es hieß, auf dem Land aufzuwachsen, wo jede Hand gebraucht wurde. „Wir besitzen eine Farm in Russland.“ Erklärte er dann, denn er fand seine Herkunft nun wirklich nicht schlimm. Im Gegenteil, er war stolz auf das, was seine Eltern tagtäglich leisteten. Klar hatte er sich inzwischen für ein anderes Leben entschieden, doch selbst Mikhail hatte dem Farmleben den Rücken gekehrt und war Astronaut geworden. Gott, er vermisste seinen Bruder.