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Marvelous

Der April ist bekannt für sein wechselhaftes Wetter. Die Temperaturen bewegen sich zwischen 8°C – 18°C. Nachdem das Jahr 2015 sich von Beginn an regnerisch gezeigt hat, neigt sich der Trend weiterhin dorthin.

Storyline | Timeline

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The daily Bugle

Der April 2015 ist geprägt von Festnahmen und Durchsuchungsbefehlen. Neben den X-Men ist auch Steve Rogers in Visier des Staats geraten. Nachts traut sich kaum mehr jemand auf die Straßen, nachdem straffällige Mutanten aus Guantanamo-Bay befreit wurden.

Plots | Daily News

Erstellte Forenantworten

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  • #60466

    binks
    Spieler

    Aufmerksam hörte Charles dem älteren Mann zu. Es war nicht abzustreiten, wie viel vom Erfolg dieses Falls abhing, da musste er sämtliche Informationen, die er bekommen konnte, nutzen. Dazu gehörte auch die von Charles hochgeschätzte Meinung des Richters, was die inneren Vorgänge seiner nächsten Klientin anging. Auf kurz oder lang hätte er das wahrscheinlich auch selbst herausgefunden, immerhin war das nicht sein erster Fall. Jedoch würde er sicherlich keine Annehmlichkeiten ausschlagen, die ihm bereits derart dargebracht wurden.

    Er nickte leicht, es war zu einem gewissen Teil verständlich. Jemand, der wie Natchios jung so viel verlor und sich von da an in seinen eigenen Gehirngespinsten verlor, natürlich zog sie sich zurück. Nicht, dass Charles es persönlich nachvollziehen konnte, jedoch war sie damit kein Einzelfall. Auch wenn sie es natürlich besonders auslebte. Umso besser also zu instrumentalisieren. Der Anwalt setzte ein leichtes Lächeln auf. „Sicherheit und Zugehörigkeit soll sie bekommen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie einiges an Rückhalt von ‚Fans‘ erhalten wird, wenn diese Geschichte erst einmal vollends publik wird.“ Eine junge Frau, die von allen im Stich gelassen wurde und sich nun ihre Würde und Gerechtigkeit auf legale Wege zurückholte, die nicht aufgab und kämpfte. Das würde die Massen bewegen.

    Auch die zweite Information nahm er nickend auf, wenn er diese auch eher im Hinterkopf verstaute. „Ich werde es erwähnen, sollte es aufkommen, aber nicht zu weiteren Fragen dazu ermutigen“, bestätigte er. Unwissenheit war bekanntlich ein Segen und in diesem Falle müsste er nicht einmal wirklich lügen, um das zu bezwecken. Je weniger er wusste, umso weniger müsste er verbergen.
    „Du stehst persönlich mit ihr Kontakt?“, fragte er schließlich im Nachgang. Wenn sie Henry für einen Freund ihres Vaters hielt,… So wäre es außerdem sicherlich möglich bereits zuvor, ungezwungener, einen Blick auf seine neue Mandantin zu werfen, sich selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen, womit er es hierbei zu tun bekam. Nicht, dass er befürchtete nicht mit einer Frau zurecht zu kommen, jedoch wollte er auf Nummer sicher gehen – und alle Wahrscheinlichkeiten abdecken. Oder zumindest so viele wie möglich.

    #60428

    binks
    Spieler

    Nachdenklich betrachtete Mary noch das vermeintlich leere Gehege, aber auch wegen der Dunkelheit hätte sie nicht gesehen, wie ihre Schwester die Augen verdrehte. Nicht, dass ihr das viel ausgemacht hätte. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass sie sich Sorgen machte und die Jüngere diese Sorgen einfach wegwischte. Aber wenn Eve es schon nicht tat, müsste wenigstens Mary sich Gedanken um sie machen – als Ausgleich.

    Sie schüttelte kurz den Kopf, musste jedoch schmunzeln. „Wir hätten mit dem Steak aber einen Tiger anlocken und dann diesen grillen können“, antwortete sie trocken und keineswegs ernst. Tatsächlich war Eves Überlegung die wahrscheinlichere Variante, keineswegs hätten sie diese Gelegenheit verschwendet, um damit irgendein Zootier zu füttern, das wahrscheinlich ohnehin besser versorgt wurde als die beiden. Allerdings musste es dafür ein Leben im Käfig führen. Welche Option von diesen nun die bessere war, wusste sie für sich zwar, aber es gab ihr trotzdem zu denken.

    Mary nickte nur und beobachtete Eve mit leicht verengten Augen, als diese von der Mauer kletterte. Es hätte sie irgendwo sicherlich nicht gewundert, wenn die Jüngere genau jetzt doch noch gefallen und just in diesem Augenblick doch noch ein Raubtier aufgetaucht wäre. Das Universum gönnte ihnen schließlich sonst auch nichts. Auf den nächsten Kommentar ihrer Schwester hin musste sie jedoch leise lachen. „Na gut, dann als nächstes Elefanten“, stimmte sie grinsend zu. „Oder Giraffen, die sollten auch einfach zu finden sein.“ Amüsiert schüttelte sie den Kopf, bevor sie nach rechts nickte, wo der Weg sie hoffentlich zu eben jenen Exoten führen würde. „Für die brauchen wir auch keine Steaks.“

    #60366

    binks
    Spieler

    Ich nutze in letzter Zeit auch bevorzugt Discord statt Skype, weil es bei mir weniger Probleme macht; ich wäre dabei 🙂

    #60365

    binks
    Spieler

    Zugegeben, es war nicht ihr am besten geplanter Ausflug. Allerdings hatte sie nicht vorgehabt für einen einfachen Zoobesuch monatelange Recherche betreiben zu müssen, nur damit sie nachts allein herumspazieren konnten. Es gab wirklich Besseres, was sie mit ihrer Zeit anzufangen wusste – zumindest redete sie sich das ein. Diese ganze Sache mit dem „Überleben“ nahm nur solange bewusst Platz im Bewusstsein ein, wenn man es nicht gewöhnt war. Für die Morlocks, die es nicht anders gewohnt waren, war es ebenso Teil des Tagesablaufs für andere ihre Arbeitszeiten. Von daher blieb genügend Zeit sich mit anderem zu beschäftigen. Mit mehr oder weniger Erfolg.

    Skeptisch beobachtete Mary ihre Schwester, wie diese sich auf die Mauer zog, um es sich dort mehr oder weniger bequem zu machen. „Pass auf, dass du nicht fällst“, sagte sie unnötigerweise, auch wenn sie nicht daran glaubte. Aber das war nun einmal ihre Art ihre Sorge zu kommunizieren, auch wenn sie sich manchmal anhören musste, dass sie beinahe wie eine Helikoptermutter klang. Im Gegensatz zu ihr hatte Eve allerdings immerhin an eine Taschenlampe gedacht, was ihre vorherige Ermahnung etwas an Bedeutung verlieren ließ. „Ha“, machte sie deshalb zuerst überrascht und folgte dem blassen Lichtkegel mit den Augen, als dieser sich über die Botanik des Geheges bewegte. „Ich weiß nicht, ob sich ein Steak so gut hätte transportieren lassen“, sagte die Ältere der beiden und runzelte die Stirn, angestrengt in die Dunkelheit blickend, ob sie nicht doch irgendwo ein blitzendes Augenpaar erkennen würde. „Und mit Schokoriegeln oder Weingummis werden wir nicht weit kommen“, fügte Mary anschließend noch seufzend hinzu, als sie die Innentasche ihres Hoodies abtastete, als hätte sie nicht selbst ihren ‚Proviant‘ dort verstaut.

    #60292

    binks
    Spieler

    Mit Eves Logik konnte sie nicht argumentieren. Sie war genauso häufig hier gewesen wie Mary selbst und hatte wahrscheinlich ein ähnlich eingeschränktes Wissen über exotische und selbst nicht ganz so exotische Tiere. „Guter Punkt“, kommentierte sie deshalb vorerst nur. „Dann machen wir es so, frei Schnauze“, gab sie sich geschlagen, wider ihrer Vorliebe für Pläne – egal ob nun in mündlicher oder in diesem Fall gedruckter und hübsch bebilderter Variante. Etwas umständlich und nicht ganz korrekt faltete sie den Plan zusammen, bevor sie ihn in die Bauchtausche ihres Hoodies stopfte und Eve folgte bis sie wieder gleich auf waren.

    Am ersten Gehege angekommen, sah sich Mary nach einem Infoschild oder ähnlichem um, die anderen Menschen, die tagsüber kamen, konnten doch schlecht alle Tiere kennen, die hier im Zoo untergebracht waren. Auf die Schnelle fand sie jedoch nichts, weshalb sie bereits erneut ihren Plan herauszog, um den momentanen Standort auszumachen. „Ich kann zumindest auch nichts sehen“, antwortete sie ihrer Schwester und lehnte sich ebenfalls etwas nach vorn. Natürlich würde ihnen das nichts nützen, wenn genau dieses Tier hier nachts gar nicht wach war. „Ich dachte, der Nervenkitzel wäre nachts größer“, antwortete sie trocken, grinste dann jedoch zu ihrer Schwester. Heute würden sie einmal nicht über das reden, das sie schon jeden Tag betraf sondern einfach so tun, als wären sie… normale Menschen, vielleicht etwas zu alt für diese Art von Streich, aber das musste heute nicht intereisseren. „Tagsüber kann das ja jeder.“
    Sie blickte zurück in das Gehege, es gab einige Bäume und Büsche. Weshalb sie einfach ihr Glück versuchte, es war nicht abwegig, dass sie hier einen Tiger oder Luchs finden konnten: „Miez, miez… komm raus, wo auch immer du dich versteckt hast.“ Neugierig ließ sie den Blick schweifen, ob sie vielleicht doch das Interesse des Tiers geweckt hatte, sollte es draußen herumschleichen.

    #60291

    binks
    Spieler

    Die gute Laune des Älteren sprach Bände, wie viel er sich von diesem Fall erhoffte und wie groß ihre Chance hier war. Umso wichtiger war es für Charles deshalb, dass er es von Anfang an richtig anpacken würde, allerdings konnte die richtige Arbeit dazu bis morgen warten, auch wenn er mental bereits Notizen machte, welche Unterlagen er besorgen musste, welche Informationen woher zu beschaffen waren und wen er am besten damit beauftragte, während er sich seine… Klientin näher ansehen würde, die wohl nicht nur ihr wichtigstes Asset sondern wahrscheinlich auch das mit der größten Angriffsfläche.

    Charles sah auf, als Henry weitersprach. Seine Argumente machten durchaus Sinn und versprachen ein inkrementaler Schritt im großen Plan der Organisation zu werden. Der Anwalt nickte leicht. „Die Internate werden also dabei helfen, die Mutanten für unsere Zwecke zu nutzen“, schlussfolgerte er, mehr um seine eigene Gedanken zu ordnen und etwas einzubremsen, bevor sie angesichts der Möglichkeiten vor ihnen außer Kontrolle gerieten. Hier ging es nicht nur um eine schnelle Übernahme, nein, Natchios hatte ihnen eine Langzeitlösung auf dem Silbertablett geliefert. „Dazu die Kontrolle der anderen“, griff er Henrys Aspekte auf, konnte er langsam das große Bild sehen, das seinen früheren Mentor in eine derartige Hochstimmung versetzt hatte. Es war ein genialer Schachzug. „Das wird alles verändern“, sprach er seinen Gedanken sogleich aus. „In der aktuellen Stimmungslage und nach diesem Prozess wird niemand dagegen sprechen können; es wird dem ‚Schutz‘ aller dienen.“

    Ein Gedanke kam ihm jedoch, als er erneut an die Klientin dachte. Er nippte erneut an seinem Weißwein, stellte erneut fest, dass Henry einen ausgezeichneten Geschmack besaß, bevor er seine Frage stellte: „Hat sie einen Preis?“ Aus persönlicher Erfahrung wusste er, dass die meisten Menschen etwas nicht nur für das höhere Wohl taten, zählte er sich unter Umständen durchaus dazu. „Oder geht es wirklich um persönliche Rache?“ Das wäre immerhin eine löbliche Eigenschaft, hätte seine Mandantin auf Selbstjustiz verzichtet im Angesicht größten emotionalen Traumas; die Geschichte spann sich bereits von selbst, kam es oftmals nicht nur auf die Beweise an, sondern darauf, dass man die Jury mit einer guten Geschichte berührte. Es lag eben in der Natur des Menschen unterhalten werden zu wollen.

    #60204

    binks
    Spieler

    Mary wartete geduldig auf ihre Schwester, zwar würde sie ihr helfen, würde es nötig werden, aber sie würde ihr nicht das Gefühl geben wollen, dass sie zu lange brauchte. Zumindest noch nicht. Später, sollten sie eine schnelle Flucht hinlegen müssen, wäre das etwas anderes, allerdings könnten sie dann auch einfach das Drehkreuz benutzen – raus war meist die einfachere Variante, solange man kein Wildtier war. Außerdem war ja lange nicht gesagt, dass sie tatsächlich ertappt werden würden. Aus diesem Grund hatten sie sich ja nicht den Zoo im Central Park vorgenommen, der im Vergleich zu diesem eine Festung war.

    Die junge Frau fluchte leise, dass es ja ruhig mehr Lampen geben konnte. Wofür zahlten die New Yorker Steuern und spendeten? Sie dachte, für solche Dinge wurde das Geld ausgegeben. Aber wahrscheinlich lief alles in die Fonds zur Unterstützung der Jagd auf Mutanten, dachte sie bitter, bevor sie sich eines Besseren besann. Heute war eine gute Nacht, da wollte sie positiv bleiben. Sie liefen einfach ein paar Schritte, bis sie eine der – spärlichen, subventionierten – Laternen erreichten, sodass sie beide etwas sahen. Die meisten Tiere waren als Bildchen eingezeichnet, weshalb die Schwestern beide direkt wussten, was es wo gab.

    „Ich… weiß nicht. Es ist Sommer, lassen sie die meisten da nicht sowieso draußen?“ Nachdenklich sah sie zu ihrer Schwester, darüber hatte sie vorher nicht nachgedacht. „Aber bestimmt… die Großkatzen doch sicher?“ Normale Katzen waren doch auch lieber nachts unterwegs, da musste das auf die großen auch zutreffen, hoffte sie einfach. Oder… hm, die Vogelvolieren sind auch offen“, sagte sie mit Blick auf Eve. „Da können wir anfangen…?“

    #60052

    binks
    Spieler

    Charles lauschte den Ausführungen seines ehemaligen Mentors. Zwar hatte er normalerweise keine Probleme damit, wenn er Menschenkontakt hatte – eher im Gegenteil, das Alleinsein bereitete ihm Unwohlsein. Allerdings wollte er auch nicht unbedingt den Babysitter für irgendeine traumatisierte Frau spielen. Natürlich würde er das nicht derart sagen, weder zu Henry noch zu jemand anders, immerhin wollte er keine Schwäche zugeben, erst recht nicht eine derartige. Es war jedoch unbestreitbar, dass dieser Fall von großer Bedeutung war und deshalb natürlich besonders auf Nachtios geachtet werden musste – in Anbetracht ihrer Schwächen.

    Fragend zog er die Augenbrauen in die Höhe. „Ein schlechtes Drama, hm… so hört es sich tatsächlich an“, kommentierte er die kurze Zusammenfassung. „Ich schätze, sie wird eine Handvoll Arbeit sein“, immerhin kannte er die Gegenseite – sie würden alles daran setzen seine neugewonnene Mandantin auseinander zu nehmen und bestenfalls als unglaubwürdig dastehen zu lassen, damit die Anklage fallen gelassen wurde. „Das sind ziemlich viele Angriffspunkte, von denen wir hier reden.“ Was ihn an sich nicht störte, er mochte Herausforderungen. Trotzdem waren Menschen auch immer Variablen, jene, die unberechenbar waren.

    Ihm hätte klar sein müssen, dass das nicht alles war. Dazu freute sich der Ältere der beiden Männer zu sehr. Und tatsächlich wurde er nicht enttäuscht. Zwei Tage gefangen gehalten, an SHIELD übergeben und dann mangels Beweisen freigelassen – sowas konnte man sich nicht ausdenken. Charles wollte schon etwas sagen, als die eigentliche zweite Bombe platzte. Erneut blinzelte er überrascht. Im Normalfall hatte er seine Mimik besser unter Kontrolle, aber seinem ehemaligen Mentor hätte er ohnehin nichts vormachen können. „Moment, alle drei?“ Alle drei Lehrer waren X-Men, alle drei waren schreckliche Unruhestifter, die ihre „Fähigkeiten“ – wie sie ihre Abnormalitäten bezeichneten – als Ausrede nahmen, um weiter Chaos und Anarchie hervorzurufen. „Das ist… ein ungewöhnlicher Glücksfall.“ Beinahe fragend sah er Henry an, als wolle er eben dieses Statement in Frage stellen. Wahrscheinlich war es eine Berufskrankheit, dass man irgendwann den Glauben an Zufälle, Glück und ‚Unfälle‘ verlor.

    Jedoch war damit nicht alles geklärt. Für detailliertere Fragen zum Fall selbst, müsste er zuerst die Akte genau lesen und auch sich mit Nachtios selbst unterhalten. Er musste zuerst die Fakten kennen. Aber da war noch etwas anderes, immerhin verfolgten sie damit ja ein höheres Ziel. „Wie geht es dann weiter? Wenn die Schule erst einmal unter unserer Kontrolle ist, wie stellst du dir das danach vor?“

    #59764

    binks
    Spieler

    Zwar brüstete sich Charles gerne damit sich derartige Überraschungen nicht zu sehr anmerken zu lassen oder notfalls, wenn es in einem öffentlichen Kontext war, diese Überraschung gebührend zu spielen, sodass alle sich daran gütlich tun zu können, aber… so war er schon lange nicht mehr überrumpelt worden. Beinahe wäre es ihm ja etwas peinlich gewesen, würde es sich nicht um Henry handeln, der sich scheinbar köstlich amüsierte. Nun, wenigstens wusste er jetzt, woher die beinahe überschwängliche gute Laune kam. „Wie Du siehst… die Überraschung ist Dir zweifellos gelungen“, fügte er zwar überflüssigerweise noch hinzu, jedoch hatte er diesen Moment zweifellos nötig, um sich wieder etwas zu sammeln. Angesichts eines solchen Glückfalls, hinter dem mit Sicherheit bereits eine Menge Arbeit steckte, war seine Reaktion aber wohl auch nicht außergewöhnlich.

    Das Vertrauen ehrte ihn zweifellos, aber wusste er auch, dass seine Leistung entsprechend aussehen müsste. Mit viel Vertrauen gingen immer hohe Erwartungen einher. Andere wären deswegen wohl nervös geworden, doch in ihm erwachte eher Vorfreude, sich beweisen zu können und auch seine Fähigkeiten zu Gunsten der Organisation einsetzen zu können. Immerhin arbeitete er gern. Anders wäre sein Pensum wohl auch nicht zu bewältigen gewesen.
    Aufmerksam folgte er den Ausführungen Henrys und machte sich bereits mental Notizen. Staatliche Kontrolle, nicht zerstört; Belegschaft diskreditieren. Wenn ihnen das erst einmal gelungen wäre… beinahe bewundernd sah er den Richter an. Es wäre eine elegante Lösung und auf einen derartigen Weg präsentiert, niemand könnte es anzweifeln, dass sie nur das beste im Sinn hatten. Dass sie Erfolg haben würden, daran zweifelte Charles überhaupt nicht – er kannte seine eigenen Fähigkeiten und Henry war nicht dort, wo er heute war, weil er nicht wusste, was er tat. In Gedanken formte er bereits die jeweiligen Punkte, die er abarbeiten müsste und wie er sich darum kümmern würde. „Auf welcher Grundlage möchte sie das Institut anklagen?“ Die Frage hatte ihm von Anfang an unter den Nägeln gebrannt, aber immerhin hatte er sich bisher zurückhalten können.

    Beinahe zu Skepsis wandelte sich sein Blick, als dann doch noch ein Aber folgte. „Inwiefern schwierig?“ Betont neutral stellte er diese Frage, zum einen, weil es ihm von einem persönlichen Standpunkt aus egal war, andererseits wollte er wissen, worauf er sich einließ. Ablehnen war ohnehin keine Option, trotzdem wäre es dumm blindlings darauf los zu laufen. Besonders wenn diese Natchios tatsächlich so schwierig wäre, musste er vorher bereits wissen, wie er sie anzufassen hatte – und welches Risiko in einem Gerichtssaal darstellte.

    #59615

    binks
    Spieler

    Obwohl er schon häufiger hier gewesen war, so dauerte es doch jedes Mal einige Minuten, bevor er sich etwas wohler fühlte. Charles hatte derartige Gefühle eher selten, aber bei Henry war es etwas anderes, denn der Ältere war ja nicht nur sein Mentor sondern auch sein inoffizieller Vorgesetzter, der Anführer. Man bekam eine solche Position nicht einfach so, man arbeitete dafür und man ging notfalls über Leichen. Das musste man sich immer vor Augen halten, wenn man mit einer derartigen Respektperson sprach. Je mehr Sekunden jedoch vorüberstrichen, umso entspannter saß er auf seinem Platz, besonders als Henry antwortete, dass er sich für ihn und seinen Erfolg freute. Früher hatte er Probleme gehabt das zu glauben, aber inzwischen zweifelte er nicht mehr daran. Umso neugieriger wurde Charles deshalb auch, als er von einer neuen Aufgabe hörte. Sofort richtete er sich etwas auf. Wenn er sie persönlich übergeben bekam, musste es etwas Wichtiges sein. Aber was… das würde er mit Sicherheit gleich erfahren. „Ich bin mir sicher, die anderen werden das hinbekommen“, pflichtete er bei, ohne zu neugierig zu erscheinen.

    Seine Neugier stieg noch weiter, als er die Miene seines Gegenübers sah. Unbewusst lehnte er sich etwas vor, bis Henry endlich die Bombe platzen ließ – zugegeben, er hatte nicht lange darauf warten müssen, aber Zeit eben relativ. Als er eine Aufgabe hörte, dachte er zuerst, es müsse ein Scherz sein oder er hätte sich verhört. Es wäre also nicht verkehrt zu sagen, dass ihm die Überraschung deutlich ins Gesicht geschrieben stand. „Du nimmst mich auf den Arm“, entfuhr es ihm noch und war froh, dass er gerade nicht getrunken hatte. Tatsächlich hatte er den Verdacht, dass Henry das beabsichtigt hatte. Als er sich nach ein paar Momenten wieder gefangen hatte, machte sich sein typisches Grinsen wieder auf seinem Gesicht breit. „Elektra Natchios gegen die Mutantenlehrer…“, sagte er verschmitzt. „Danke für Dein Vertrauen“, das erschien ihm die richtige Reaktion, bevor er überhaupt fortfuhr. In seinem Kopf entwickelte sich bereits ein riesiges Szenario, wie dieses Verfahren zu ihrer Sache beitragen würde. „Das könnte… einiges ändern und in Gang bringen.“ Zuerst hatte er alles sagen wollen, aber das war ihm zu klischeehaft erschienen, aber nein. Dieser Prozess könnte so einiges in Gang bringen, ohne dass sie etwas großartig aktiv beitragen mussten – außer natürlich den Fall zu gewinnen. Aber da er noch nie ein Zweifler seiner eigenen Fähigkeiten gewesen war, stand das außer Frage für ihn.

    #59415

    binks
    Spieler

    Charles befand sich mit gemischten Gefühlen auf dem Weg zu jenem Mann, den er noch immer als seinen Mentor betrachtete. Er war eingeladen worden, zum Dinner, wobei niemand bei klarem Verstand eine solche Einladung als solche ansah. Man wurde auf das Landhaus beordert, ein Nichterscheinen war genauso gut eine Befehlsverweigerung. Zumindest musste man schon eine äußerst gute Ausrede parat haben, wenn man damit durchkommen wollte. Wie üblich wusste er vorher nicht, worum es bei diesem Treffen gehen sollte. Das war etwas, was er nicht mochte. Nicht, dass er sich irgendeiner Schuld bewusst war, aber man wusste ja nie. Aber mit einem selbstsicheren Lächeln wischte er diese Sorge aus seinen Gedanken, obwohl er sich gar nicht einmal so sicher fühlte. Das war egal, fake it till you make it. Die Wirkung solcher positive Zusprüche war inzwischen wissenschaftlich bewiesen, weshalb er sich nur noch mehr daran hielt. Ein Placebo, aber nicht minder wirksam.

    Mit diesem Lächeln begrüßte er auch das Dienstmädchen, das ihm öffnete, als er klingelte. „Guten Tag… Mister Grey erwartet mich, nicht wahr?“ Er war nicht zum ersten Mal hier, es bestand also kein Grund lange um den heißen Brei herumzureden, auch wenn er sie trotzdem nach ihrem Befinden fragte, bevor sie die Tür zum Salon öffnete. „Vielen Dank“, gab er an die Frau zurück, bevor er auf Henry zuging und die Angestellte damit aus seinen Gedanken verschwand. Nach einem kurzen Handschlag, setzten sich beide, wobei Charles dem Älteren den Vortritt ließ. Eine vielleicht etwas veraltete Geste, aber komischerweise waren ihm diese Dinge wichtig. Genau wie er einer Dame noch immer die Tür aufhielt, egal wie emanzipiert sich diese fühlte. „Zu einem Deiner hervorragenden Weine kann ich nie nein sagen“, komplimentierte er seinen Gastgeber, als dieser ihm bereits ein Glas reichte. „Ebenso wie zu einer Einladung von Dir.“ Wenn Henry einen rief, dann machte man sich eben die Zeit, umso schnell wie möglich an Ort und Stelle zu sein.

    Nachdem die beiden Männer angestoßen hatten, nippte Charles zuerst an seinem Glas und nickte anerkennend, als er die süße, spritzige Note des Weißweins schmeckte, bevor er antwortete: „Es läuft ausgezeichnet,… wäre ich Pessimist würde ich sagen, beinahe zu gut. Aber das Team ist inzwischen so eingespielt, dass selbst unsere hartnäckigen Fälle gut vorankommen.“ So arbeitete er am liebsten, jeder wusste, was er tat, niemand stellte unnötige Fragen oder hielt den Betrieb auf und selbst, wenn sie einmal Hindernisse ausmachten, wurden diese effektiv abgebaut und beseitigt. Etwas, das ihm besondere Freude machte. Ein Grund, warum er ja auch Anwalt geworden war, er gewann einfach unglaublich gerne. Sein Gegenüber schien ebenfalls gute Laune zu haben, woran das jedoch lag, das vermochte Charles nicht auszumachen. Hatte es einen neuen Urteilsspruch gegeben, den er verpasst hatte? Aber nein, er hätte davon erfahren. So sehr ihn der Grund der Einladung im Moment auch quälte und neugierig machte, er wusste, Henry würde es zu gegebener Zeit offenbaren. Trotzdem konnte er ein gewisses Deja-Vu nicht abschütteln, hatte er doch erst vor Kurzem noch mit einem anderen Mitglied der Familie Grey zu Abend gegessen…

    #59156

    binks
    Spieler

    Wie in einem Restaurant dieser Preisklasse wusste das Personal, wie man sich dezent und unauffällig benahm, damit die Gäste nicht davon gestört wurden. So war es Charles am liebsten, weshalb er sich nur ungern mit weniger zufrieden gab – da musste das Essen schon verdammt gut sein oder die Gesellschaft. Zum Glück hatte er dieses Problem in diesem Etablissement jedoch nicht, wie bereits angemerkt war das Personal hervorrragend ausgebildet und die Gesellschaft ebenfalls ein Hauptgewinn. Auch wenn er sich in dieser Unterhaltung gerade in die Nesseln gesetzt hatte. Das würde er schon wieder ausbaden, denn wenn es ihm an etwas nicht mangelte, dann waren es Selbstbewusstsein und eine schnelle Zunge, die ihm schon aus so manch brenzliger Situation gebracht hatten.

    Fast schon fasziniert hörte er ihr zu, wie sie beinahe philosophisch das Wort Wahrheit analysierte. „Ehrlich gesagt beschäftige ich mich weniger mit der Wahrheit als viel mehr der Realität, die meinen Klienten am liebsten wäre“, er konnte ein leichtes Grinsen daraufhin nicht verdrängen. Vor einem seiner „Freunde“ hätte er es nicht so unvermittelt gesagt, aber Anora würde wissen, wie er es meinte. Sie kämpften immerhin auf ihre Art für den guten Grund. „Und ich denke, Eltern, die ihren Kindern sagen, sie sollen immer die Wahrheit sagen, machen sie nur angreifbar. Man sollte sich der Wahrheit bewusst sein, aber diese auch für sich selbst zu nutzen wissen.“ Er zog einen Mundwinkel hoch. „Aber das ist nur meine bescheidene Meinung und natürlich offen für Diskussion.“

    #59152

    binks
    Spieler

    Mary stimmte ihrer Gesprächspartnerin mit einem Seufzen zu. „Allein der Gedanke ist schrecklich… so viel zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten…“ Eigentlich interessierte sie sich gar nicht so sehr für Amerika, erst einmal zählte nur New York, immerhin hatte sie in ihren ersten 30 Lebensjahren die Stadt nicht verlassen und wenn es so weiterging, würde sie es wohl auch in nächster Zukunft nicht tun, um nicht irgendwelchen Kontrollen in die Hände zu laufen. Da musste es schon irgendwo ein ziemlich großes Versprechen von einem besseren Leben geben, dass sie das Risiko tatsächlich eingehen würde – außerdem müsste dann mindestens ein anderer Mensch mitkommen. Und das würde sie nicht so schnell riskieren. „Leider wohl nur ein Traum“, kommentierte sie den Wunsch, den wohl beide von ihnen hegten. Als würde das einfach von heute auf morgen möglich sein, da müsste man erst einmal den Großteil der Bevölkerung austauschen.

    Mary wog die Idee kurz ab, was waren 10 Minuten zu warten und dann schnell wieder zu verschwinden, wenn Shen nicht auftauchte? Es wäre zwar im Nachhinein ärgerlich, sollte sie den Weg umsonst auf sich nehmen und die damit verbundenen Risiken, aber andererseits würden sie wohl beide nur in Extremfällen diese Treffen „absagen“. Die andere Frau schien sich ebenso nach einem solchen anonymen Austausch zu sehnen wie Medusa selbst, sonst hätte sie nicht so schnell zugesagt. „Das klingt gut“, antwortete sie dann. „10 Minuten sollte uns nicht umbringen und wenn die andere dann noch nicht da ist, wissen wir, dass etwas dazwischen gekommen ist.“ Sie nickte zufrieden. Es war vielleicht nicht die beste Option, aber die einzige, die wohl für sie funktionieren würde.

    #59150

    binks
    Spieler

    Mary seufzte erleichtert aus. Andere hätten sich vielleicht Vorwürfe gemacht oder ein schlechtes Gewissen, eine größtenteils Unbeteiligte hineinzuziehen, aber wenn die Morlock wählen müsste, dann würde sie jederzeit ihre jüngere Schwester bevorzugen. Diese hatte es bisher schon schwer genug gehabt und würde es auch in Zukunft nicht leichter haben. Da war es nur fair, dass einmal ein Nicht-Mutant sein Privileg darauf verwendete ihnen zu helfen. Und sie, Mary, würde bereitwillig jeden anderen Menschen dafür vor den Bus werfen, wenn nötig.

    „Ja,… ja, ich werde es ihr sagen. Aber trotzdem Danke, Cassandra. Das ist alles andere als selbstverständlich und ich meine das so.“ Sie war kein schlechter Mensch und hatte Manieren, egal, wie sehr sie auf ihre Schwester fixiert war. Sie wusste Cassandras Angebot also tatsächlich zu schätzen. Als sie an einem Mülleimer vorbeikamen, warfen beide ihre inzwischen leeren Tüten weg, es war schon gefährlich genug im Park in den Abendstunden, da wäre ein Auffallen wegen
    „illegaler Müllentsorgung“ absolut unnötig.

    Mary war tatsächlich etwas überrascht von der plötzlichen Umarmung und erstarrte etwas, jedoch brachte sie anschließend ein leichtes Lächeln zustande. „Du auf dich auf. Und du wirst von uns hören… so oder so, keine Sorge. Gute Nacht, Cas.“ Sie hob noch kurz die Hand und verschwand daraufhin schnell in die Dunkelheit. Während die andere junge Frau nach Hause gehen konnte, musste Mary sich unbemerkt zurückschleichen, damit ihr niemand folgend könnte oder würde.

    ooc: ich hab die Szene jetzt (nach langer Wartezeit x( ) beendet, weil ja ohnehin der Zeitsprung bereits war 🙂

    #58080

    binks
    Spieler

    Es trübte Marys Stimmung zusätzlich, dass sie dieser eher sorglosen, optimistischen Freundin ihrer Schwester Sorgen bereiten musste, indem sie sie daran erinnerte, auf sich selbst aufzupassen. Aber sicher war sicher. Noch dazu, wenn Cas in Zukunft doch auf Eve aufpassen müsste. Dann war Vorsicht besser als Nachsicht.
    Um die Spannung aus der Situation herauszunehmen, lächelte Mary die Jüngere jedoch an. „Gut, ich nehm dich beim Wort.“ Damit würde wohl Cassandra eher früher als später Teil der eher kleinen Familie werden, die sie noch hatte. Ganz ohne, dass irgendetwas hätte dagegen tun können.

    Cassandra war ein guter Mensch. Ein umso schlechteres Gewissen bekam die ältere der Bowles Schwestern nun, als sie sie nun endgültig mit hineinziehen würde. Aber sie musste an Eve denken. Ihre unschuldige, kleine Schwester. Mary würde das verantworten müssen, sollte das schief gehen, aber sie war bereit dieses Opfer zu bringen. Nicht alle Entscheidungen waren einfach oder gut, aber sie waren richtig.
    Beim nächsten Satz musste sie allerdings schmunzeln und wurde von ihren düsteren Gedanken abgelenkt. „Das würdest Du Dir nochmal anders überlegen, wenn Du die anderen kennen würdest. Nicht alle von uns sind besonders… an die Gegebenheiten der Oberwelt angepasst.“ Sie wiegte den Kopf hin und her. „Sie sind keine schlechten Menschen, aber das Leben wäre um einiges schwieriger.“ Mary schüttelte den Kopf. „Aber danke, Cassandra. Wirklich. Du weißt gar nicht, wie viel mir das bedeutet.“ Jetzt müsste sie nur noch Eve überzeugen, dass ihre Freundin ganz dringend Hilfe und Schutz nötig hatte.

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